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St. Markus Drucken
Geschrieben von Christoph A. Neudhart   
Sonntag, 26 März 2006

Als die Babenberger mit der Ostmark belehnt wurden, zogen fränkische und bayrische Missionare durch das Land. Sie sorgten für den rechten Glauben und bauten die ersten Kirchen. Wann die erste Kirche in Leobendorf gebaut wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Leobendorf ist zweifelsfrei die Mutterpfarre von Bisamberg, ja der Korneuburger Bucht, wie uns die Urkunden berichten. Die Tradition des Benediktinerstiftes Formbach zeigt uns mehrere Grundtäusche, die zur Auspfarrung von St. Veith in Kleinengersdorf 1130 führten. Es ist somit anzunehmen, dass die erste Kirche schon vor dieser Zeit bestand.

Der Bau des gotischen Chores und der Sakristei mit Kreuzrippengewölbe dürfte nach einem Brand zur Zeit des Patronates des Konrad von Kreuzenstein-Wasserburg um 1212 liegen. Vermauerte gotische Fenster deuten auf diesen Zeitraum hin. Als weitere Quelle dient ein Grundstücktausch nach einem Hochwasser 1212. Die Korneuburger Kirche wurde auf einem eingetauschten Grundstück der Pfarre Leobendorf gebaut.

Im Jahre 1426 zerstörten die in Leobendorf einfallenden Hussiten das Dorf, mit Kirche und Pfarrhof. Um das Jahr 1450 wird der quadratische Wehrturm mit 3 Klaftern Seitenlänge, den heutigen Maßen, freistehend von der Kirche, in einer Höhe bis zum heutigen Kirchendach gebaut. In den Böhmenkriegen wurden die Kirche und das Dorf stark beschädigt. Es sind nur Beiträge zum Kirchenbau aus den Jahren 1477 - 1488 erhalten.

Aus einem Bericht der großen Kirchenvisitation 1544 erfahren wir, dass Kirche und Pfarrhof abgebrannt waren. Der Patronatsherr, das Stift Waldhausen und die Gemeinde trafen Anstalten zum Wiederaufbau.

Im Schwedenkrieg wurde die Kirche wieder zerstört. Keine Urkunde gibt uns über das Ausmaß Bescheid. Aus dem Jahr 1683 ist die erste Rechnung über eine Kirchenuhr erhalten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wird der Turm etwas erhöht und erhält gegen das Ende des 16. Jahrhunderts die Höhe bis zur heutigen Glockenstube. Dieser Bauabschnitt ist durch die 4 jetzt vermauerten Langfenster bewiesen.

Anfang des 16. Jahrhunderts ist der Bau einer dreischiffigen Kirche mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Die Länge der Kirche mit nur 15,40 m ist durch den schon vorhandenen Turm bedingt. Er ist nach Norden aus der Achse. Für die damalige Zeit typisch ist der Haupteingang von der Giebelseite. Er bestand bis zum Jahre 1875, wurde dann vermauert. 1645 beim Abzug der Schweden wurde die Kirche abermals zerstört, das Gewölbe stürzte ein. Aus Geldmangel, errichtete man nur eine Holzdecke. 1705 wurden 15.000 Schindel in 16 Tagen auf das Kirchendach genagelt; 1727 wurde das Vorhaus beim Kir cheneingang errichtet.

Im Jahre 1733 gab es eine neuerliche Brandkatastrophe. Unter dem Pfarrer Werneking wurde die Kirche neu eingewölbt. Es dürfte ein Baumeister aus Waldhausen mit der Ausführung betraut worden sein, da die gleiche plumpe Konstruktion angewendet wurde wie in Waldhausen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die 4 Mauerpfeiler im Inneren der Kirche zur Aufnahme des Gewölbegewichtes errichtet. 1734 wurde eine neue Kirchenuhr angeschafft, die im Jahre 1781 von einem Uhrmacher aus Grafendorf vollständig repariert werden musste. 1795 lesen wir in der Kirchenrechnung von der Reparatur der Orgel. Es ist die erste Erwähnung eines solchen Instrumentes. Wahrscheinlich ist nach dem Brand 1733 eine Orgel angeschafft worden, es gibt darüber aber keinen Beweis.

1809 beim Abzug der Franzosen wurde die Kirche wieder zerstört. Es wurde ein Notdach zum Schutz des Gewölbes errichtet.

1874 wurde die Holztreppe in das 2. Turmgeschoß abgetragen. Durch Mauerdurchbrüche war nun ein Zugang zum Orgelchor und zum Turm möglich. Gleichzeitig wurden die Kirchenbänke neu, mit Mittelgang, aufgestellt, die bis 1974 bestanden. Die nächste große Kirchenrenovierung fand erst, bedingt durch chronischen Geldmangel, in den Jahren 1895 - 1903 statt. Damals bekam der Turm eine Abdeckung aus Kupferblech, die Turmuhr wurde an zwei Seiten in die gemauerte Glockenstube verlegt. 1914 wurde eine neue Orgel gekauft, bei deren Herstellung aber alte Pfeifen Verwendung fanden. Die letzten Kriegsjahre 1945 In den letzten Kriegstagen 1945 geriet Leobendorf in die Hauptkampflinie zwischen roter Armee und den abziehenden SS-Formationen. Ein Treffer der russischen Artillerie zerstörte in den letzten Apriltagen die Kirchenuhr. Sie blieb bezeichnenderweise 5 Minuten vor 12 Uhr stehen. Die Ortschaft mit der exponierten Kirche wurde schwer beschädigt. Die Zerstörungen wollen Sie den Bildern entnehmen.

Bis zum Herbst wurden die Gottesdienste im Pfarrheim gehalten. Dann erfolgte die Reparatur der Glasfenster, es konnte wieder in der Kirche Gottesdienst gehalten werden. 1946 wurde das Kirchendach, nach Erneuerung des Dachstuhles, eingedeckt. 1948 war das Jahr des Wiederaufbaues. Das Vorhaus der Kirche wurde wieder hergestellt. Die Innenrenovierung wurde 1952 in Angriff genommen. Dabei wurden die Fresken und die Sitznische entdeckt. Sie sind Zeugen, dass die gotische Kirche schon um 1350 erbaut war. Ebenso wurden die Totenkammer und die Friedhofseinfriedung hergestellt. 1955 wurden die Glocken angeschafft (siehe Bericht Glocken). Pfarrer Mathias Staribacher hatte die Kirche innen und außen hergerichtet, auch eine Orgelüberholung fand statt. Baulich war Ruhe eingetreten, bis unter Pfarrer Johannes Pointner 1974/75 die nächste, das Konzil berücksichtigende Renovierung stattfand. Die wesentlichsten Änderungen waren das Aufstellen des Volksaltares, damit verbunden der Wechsel des Hochaltares zum Sakramentsaltar, die Abtragung der beiden seitlichen Emporen zwischen den Strebepfeilern. Die beiden Seitenaltäre, sowie Kanzel und Kommuniongitter waren obsolet geworden. Der Kirchenboden wurde abgesenkt, es gab keine Stufen im Eingangsbereich mehr. Es kamen neue Bänke, Anibonen und eine neue Beleuchtung; das Missionskreuz wurde über dem Eingang innen situiert. Das alles geschah vom 17. April 1974 bis zur Eröffnung, dem 15. Juni 1975. Fast hätte ich die Kirchenfenster vergessen. Darüber soll aber gesondert berichtet werden.

Am 28. April 1974 wurde der Markussaal nach einer Generalsanierung feierlich eröffnet. Er diente während des Umbaues als Kirchenersatz.

 
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