Menu Content/Inhalt
Hauptseite arrow Aktuelles arrow Pfarrblatt arrow Herbstausgabe 2009
Herbstausgabe 2009 Drucken
Geschrieben von Irene Schandl-Baldasti   
Dienstag, 22 September 2009
Beitragsinhalt
Herbstausgabe 2009
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Seite 11
Seite 12

Das "TOR" aktuelle Ausgabe Herbst 2009

Meine lieben Tresdorferinnen und
Tresdorfer und Leobendorferinnen
und Leobendorfer!
Manche von euch werden es schon
wissen: Seit dem 19. Juni begehen
wir in der katholischen Kirche ein
besonderes Jahr, nämlich das „Jahr
der Priester“. Zum Hochfest Herz
Jesu wurden im Stephansdom
neue Priester geweiht (leider nur
sechs, davon drei gebürtige Österreicher).
Bei dieser Feier war auch
ich dabei. Am Sonntag danach habe
ich darüber kurz Bericht erstattet.
An dieser „Eröffnung des
Priesterjahres” nahmen mehrere
hundert „Hohe Geistlichkeiten“ im
Stephansdom teil. Gemeinsam legten
wir, in die Hände des Erzbischofs,
erneut das Priesterversprechen
ab.
Als äußeren Anlass dieses Jahres
nahm Papst Benedikt XVI. den
150. Todestag des heiligen Pfarrers
von Ars, Johannes Maria Vianney.
Er soll als Vorbild für jeden Hirten
im Dienste der Herde Christi
gelten. Die Formung der persönlichen
Vollkommenheit des Priesters
ist eine Frage des Herzens, die nur
in der Einheit mit dem Herzen des
Erlösers, eine entsprechende Antwort
findet. Zur Erinnerung: Wir
verehren das hochheiligste Herz
Jesu jeden ersten Freitag des Monats
mit der Eucharistiefeier und einer
kurzen Anbetung. Denn dieses
Herz kennt nur eine Sehnsucht, es
geht voller Liebe jeden Verlorenen
nach, bis es ihn findet. Und so lange
jemand in Gefahr ist, ewig verloren
zu gehen, brennt es voller
Schmerz und Mitgefühl in der Bereitschaft,
sich für seine Rettung zu
opfern.
Meine Lieben, nun kommen wir auf
konkrete Punkte zu sprechen:
1. Es wird das Streben des Priesters
nach geistlicher Vollkommenheit
erwartet;
2. die Pflege wirklich väterlichmenschlicher
Beziehungen zwischen
dem Bischof und seinen
Priestern (in unserer Diözese ein
Faktum - Gott sei Dank!)
3. die notwendige Verwurzelung
des Priesters in der „kirchlichen
Tradition“, dafür finde ich in unserer
Pfarrgemeinde großes Verständnis.
4. Oft muss ich mein Handeln und
liturgisches Praktizieren „im Lichte
des gesamten lehramtlichen
Schatzes der Kirche“ anlegen
und dies erwarte ich auch von
Mitarbeitern.
5. Es ist notwendig, mich als Priester
präsent, identifizierbar und
erkennbar zu zeigen.
Wenn ich nun an diese Punkte denke,
liebe Pfarrmitglieder, so müsste
ich mir eingestehen, verrückt gewesen
zu sein, als ich mich entschlossen
habe den Weg des Priestertums
zu gehen. So große
Erwartungen sind mit dem Priestertum
verbunden. So geheimnisvoll,
unverständlich und doch auch
anziehend, wie die ganze katholische
Kirche selbst ist! Die Kirche ernennt
nicht Funktionäre, sondern
Berufene. So habe ich es empfunden.
Davon habe ich schon einmal
im „TOR“ erzählt. Mit den Propheten
konnte ich feststellen: „Das
Wort des Herrn erging an mich,
noch ehe ich dich im Mutterleib
formte, habe ich dich ausersehen,
noch ehe du aus dem Mutterschoß
hervorkamst, habe ich dich geheiligt,
zum Propheten für die Völker
habe ich dich bestimmt!“ Ein Widerspruch
zur späteren Priesterweihe
ist das nicht, lenkt aber den
Blick auf das Geheimnis der Erwählung.
Gott kennt und liebt jeden
Menschen, „von Ewigkeit her“.
Um diese seine Erwählung muss
der Priester wissen, dann wird er
niemals sagen er sei doch auch nur
ein Mensch wie jeder andere!
Natürlich bin ich das und ich soll sagen
können: „Ich bin nichts so sehr
wie Mensch!“ Aber unbeschadet
dessen bin ich ein von Gott Erwählter.
Für jeden Christen gilt: Erkenne
deine Würde! So auch für
mich als Priester. Die Würde soll ich
genauso erkennen, wie, dass ich
ein unnützer Knecht bin und bleibe,
auch wenn ich wirklich alles getan
habe.
Weil der Priester erwählt ist, in der
Nachfolge Christi zu leben, muss
auch er sich hingeben wie sein Meister.
Konkret für die Menschen in
den Pfarrgemeinden mit Leib und
Blut, mit allen seinen Möglichkeiten,
trotz Alter und körperlicher
Schwächen da zu sein!
Und so bitte ich euch, meine Lieben,
betet mit mir und für mich:
Herr Jesus Christus, du hast mich
berufen, dass ich mit dir zum Vater
gehe.
Mit dir will ich allzeit auf dem Wege
bleiben.
Sei das Wort, auf das ich höre und
dem ich folge.
Sei das Licht, das mich erleuchtet.
Sei die Kraft, die mich erfüllt.
Sei der Beistand, der mich nicht
verlässt. Mach mich vollkommen
eins mit dir, und lass mich zur ewigen
Vollendung gelangen. (GL 6)
So verbleibe ich Euer
Bruder Adam



Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 06 Dezember 2009 )
 
designed by www.madeyourweb.com