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Sommerausgabe 2010 Drucken
Geschrieben von Irene Schandl-Baldasti   
Freitag, 21 Mai 2010
Beitragsinhalt
Sommerausgabe 2010
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Das "TOR" aktuelle Ausgabe Sommer 2010

Bruder Adam denkt konkret
Liebe Pfarrgemeinde!
Unser Leben vergeht so schnell. Ein Tag folgt dem anderen; ein
Jahr reiht sich ans andere. Wie schnell sind diese 10 Jahre meiner
Gegenwart mit euch und unter euch, liebe Tresdorferinnen und
Tresdorfer und Leobendorferinnen und Leobendorfer, vorbeigelaufen.
Nur vorwärts geschaut scheint uns das Leben eine unendliche
Zeit, besonders wenn wir jung sind. Fast eine Ewigkeit. Von der
Umgangssprache her verstehen wir Ewigkeit oft als ganz lange
Zeit, als endlose Dauer. Richtig verstanden aber ist Ewigkeit überhaupt
keine Zeit, sondern Zeitlosigkeit.
Ein „Beständiges Jetzt“ nannte sie Boethius bereits um 500 n. Chr.
Über Vergänglichkeit habe ich oft schon geredet. In der Zeit meiner
Seelsorgearbeit habe ich über 200 Mitchristen aus Leobendorf und
Tresdorf in die Ewigkeit Gottes begleitet; eine kleine Ortschaft begraben.
Über tausend Mal habe ich viele von diesen Verstorbenen
besucht und mit den Sakramenten versehen. Viele dieser Personen
sind mir in dieser Zeit sehr nahe geworden wie Freunde oder sogar
wie Familienmitglieder. Auf diese Weise, hoffe ich, haben wir miteinander
viele gute Früchte für das Reich Gottes hervorgebracht. Die
Kirche besteht aber nicht nur aus denen, die unterwegs sind (das
pilgernde Gottes Volk), sondern auch aus denen, die mit uns Gemeinschaft
der Heiligen binden. Angelus Silesius hat dieses so gefasst:
„Dort in der Ewigkeit geschieht alles zugleich. Es ist kein
vor noch nach wie hier im Zeitreich.“ Wir sind allerdings in unserer
Vorstellung gleichsam eingemauert
in Raum und Zeit.
Würden unsere Verstorbenen noch am Leben sein, wären unsere Kirchen
in Leobendorf und Tresdorf voll. Leider sind viele fleißige Kirchengänger
zum Vater heimgekehrt in die Ewigkeit Gottes. Die
nächsten Generationen ergänzen sie nicht. So haben wir den Eindruck,
dass die Kirchen still geworden sind; Sitzbänke bleiben leer.
Wir freuen uns aber, dass in diesen 10 Jahren über 120 Kinder in die
Kirche eingegliedert wurden. Es war für mich eine große Freude,
viele Familien in der Kirche begrüßen zu können und die Kinder feierlich
beim Gottesdienst zu taufen. Viele davon sehe ich laufend bei
den monatlich stattfindenten Kinderwortgottesdiensten oder anderen
pfarrlichen Veranstaltungen.
Wir denken auch an die vielen Erstkommunionkinder, Firmlingen
und Jungscharkinder, welche die Pfarrgemeinde lebendig gemacht
und bereichert haben. Sie sind die Zukunft unserer Pfarrgemeinde
und der Kirche im allgemeinen.
In diesen drei Pfarrgemeinderatsperioden begleiteten mich viele
fleißige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihnen haben amtliche
und auch viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beigetragen
für das Wohl der Pfarrgemeinde zu sorgen. Bei Paulus
lesen wir im 1. Korintherbrief: „Ihr seid Gottes Bau“; dabei erinnern
wir uns an ein großes Projekt, die Kirchenrenovierung im Jubiläumsjahr
2003 und an die Heimführung der Leobendorfer Madonna. Ich
möchte mich dazu bei allen recht herzlich bedanken.
Liebe Pfarrgemeinde, wahrscheinlich sind schon die Gerüchte zu
euch gekommen, dass ich die Pfarre verlasse. Das ist nicht ganz wahr,
ich möchte eine Pause nehmen und dann mit euch und bei euch,
wenn es Gott erlaubt, mein Priesterjubiläum feiern. Das geschieht
erst in 5 Jahren. Momentan brauche ich einige Monate für meine
geistige und körperliche Gesundheit. Dann bin ich bereit, weiterhin
in der Pfarre mit Gottes und eurer Hilfe zu feiern und zu arbeiten.
Ich wünsche euch eine erholsame Sommerzeit, wenn es geht, nicht
fern von unseren Kirchen in Leobendorf und Tresdorf.
Ihr Bruder Adam Bialek



Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 02 Juni 2010 )
 
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