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Seite 1 von 8 Das "TOR" aktuelle Ausgabe Sommer 2010
Bruder Adam denkt konkret Liebe Pfarrgemeinde! Unser Leben vergeht so schnell. Ein Tag folgt dem anderen; ein Jahr reiht sich ans andere. Wie schnell sind diese 10 Jahre meiner Gegenwart mit euch und unter euch, liebe Tresdorferinnen und Tresdorfer und Leobendorferinnen und Leobendorfer, vorbeigelaufen. Nur vorwärts geschaut scheint uns das Leben eine unendliche Zeit, besonders wenn wir jung sind. Fast eine Ewigkeit. Von der Umgangssprache her verstehen wir Ewigkeit oft als ganz lange Zeit, als endlose Dauer. Richtig verstanden aber ist Ewigkeit überhaupt keine Zeit, sondern Zeitlosigkeit. Ein „Beständiges Jetzt“ nannte sie Boethius bereits um 500 n. Chr. Über Vergänglichkeit habe ich oft schon geredet. In der Zeit meiner Seelsorgearbeit habe ich über 200 Mitchristen aus Leobendorf und Tresdorf in die Ewigkeit Gottes begleitet; eine kleine Ortschaft begraben. Über tausend Mal habe ich viele von diesen Verstorbenen besucht und mit den Sakramenten versehen. Viele dieser Personen sind mir in dieser Zeit sehr nahe geworden wie Freunde oder sogar wie Familienmitglieder. Auf diese Weise, hoffe ich, haben wir miteinander viele gute Früchte für das Reich Gottes hervorgebracht. Die Kirche besteht aber nicht nur aus denen, die unterwegs sind (das pilgernde Gottes Volk), sondern auch aus denen, die mit uns Gemeinschaft der Heiligen binden. Angelus Silesius hat dieses so gefasst: „Dort in der Ewigkeit geschieht alles zugleich. Es ist kein vor noch nach wie hier im Zeitreich.“ Wir sind allerdings in unserer Vorstellung gleichsam eingemauert in Raum und Zeit. Würden unsere Verstorbenen noch am Leben sein, wären unsere Kirchen in Leobendorf und Tresdorf voll. Leider sind viele fleißige Kirchengänger zum Vater heimgekehrt in die Ewigkeit Gottes. Die nächsten Generationen ergänzen sie nicht. So haben wir den Eindruck, dass die Kirchen still geworden sind; Sitzbänke bleiben leer. Wir freuen uns aber, dass in diesen 10 Jahren über 120 Kinder in die Kirche eingegliedert wurden. Es war für mich eine große Freude, viele Familien in der Kirche begrüßen zu können und die Kinder feierlich beim Gottesdienst zu taufen. Viele davon sehe ich laufend bei den monatlich stattfindenten Kinderwortgottesdiensten oder anderen pfarrlichen Veranstaltungen. Wir denken auch an die vielen Erstkommunionkinder, Firmlingen und Jungscharkinder, welche die Pfarrgemeinde lebendig gemacht und bereichert haben. Sie sind die Zukunft unserer Pfarrgemeinde und der Kirche im allgemeinen. In diesen drei Pfarrgemeinderatsperioden begleiteten mich viele fleißige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit ihnen haben amtliche und auch viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beigetragen für das Wohl der Pfarrgemeinde zu sorgen. Bei Paulus lesen wir im 1. Korintherbrief: „Ihr seid Gottes Bau“; dabei erinnern wir uns an ein großes Projekt, die Kirchenrenovierung im Jubiläumsjahr 2003 und an die Heimführung der Leobendorfer Madonna. Ich möchte mich dazu bei allen recht herzlich bedanken. Liebe Pfarrgemeinde, wahrscheinlich sind schon die Gerüchte zu euch gekommen, dass ich die Pfarre verlasse. Das ist nicht ganz wahr, ich möchte eine Pause nehmen und dann mit euch und bei euch, wenn es Gott erlaubt, mein Priesterjubiläum feiern. Das geschieht erst in 5 Jahren. Momentan brauche ich einige Monate für meine geistige und körperliche Gesundheit. Dann bin ich bereit, weiterhin in der Pfarre mit Gottes und eurer Hilfe zu feiern und zu arbeiten. Ich wünsche euch eine erholsame Sommerzeit, wenn es geht, nicht fern von unseren Kirchen in Leobendorf und Tresdorf. Ihr Bruder Adam Bialek
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